WIR KLÄREN AUF - FITNESS- UND ERNÄHRUNGSMYTHEN - TEIL I

Heutzutage existieren zahlreiche Mythen, die nicht immer auf Anhieb zu entlarven sind. Gerüchte vom Hörensagen entwickeln sich im Fitnessstudio zu neuen Gesetzen. Hinzu kommt, dass die Industrie durch falsche Versprechen uns immer wieder und immer stärker verwirren.

WIR KLÄREN AUF - FITNESS- UND ERNÄHRUNGSMYTHEN - TEIL I

EINLEITUNG
Heutzutage existieren zahlreiche Mythen, die nicht immer auf Anhieb zu entlarven sind. Gerüchte vom Hörensagen entwickeln sich im Fitnessstudio zu neuen Gesetzen. Hinzu kommt, dass die Industrie durch falsche Versprechen uns immer wieder und immer stärker verwirren. Es werden Studien in Auftrag gegeben, die nur ein Ziel haben: ein Produkt als „gesundheitsfördernd“ darzustellen, um dadurch mehr Profit einzunehmen. Auf diese Weise entstehen negative Synergie-Effekte: „Broscience“ trifft auf „Werbung“! Um euch in Zukunft Entscheidungen, wie man gesünder lebt, zu erleichtern, wollen wir für Euch ein paar Mythen aufdecken.

MIT MUSKELAUFBAU FLEXIBEL WIE EIN STEIN?
Im Fitnessstudio höre ich sehr oft, dass Kraftsport Menschen versteinern lässt. Man könnte meinen, wer Kraftsport betreibt, verwandelt sich spätestens nach einem Jahr zu einem Baumstamm. Steif und unflexibel, das ist die Konsequenz des Kraft- und Bodybuildingsportes - oder doch nicht? Die meisten Menschen, die diese plumpe These aufstellen, haben sich vermutlich noch nie intensiv mit dem Körper auseinander gesetzt. Denn insbesondere der Kraftsport, sprich Training mit Gewichten, macht einen Körper sehr beweglich. Die Grundvoraussetzung dafür ist eine gute Ausführung unter der Ausnutzung des gesamten Bewegungsradiuses. Denn die Beweglichkeit wird hauptsächlich durch neuronale Faktoren bestimmt und nicht durch große Muskelberge. Deswegen kann man auch fast alle Menschen, die unter Narkose stehen, in einen Spagat setzen. Wer also die Bewegung verkürzt ausübt, bringt seinem Körper bei, eine neuronale Blockade aufzubauen. Wer allerdings die ganze Beweglichkeitsamplitude nutzt, wird seine Beweglichkeit verbessern. Es ist jedoch nicht jedem vergönnt, sich wie ein Schlangenmensch zu bewegen, denn auch die Gene spielen bei der Dehnfähigkeit eine nicht unwesentliche Rolle. Das heißt wer ein härteres und unflexibleres Bindegewebe hat, wird früher oder später sein maximales Mobilitätspotential ausschöpfen.

EINE FRAU, DIE KRAFTTRAINING BETREIBT, ENDET ALS MANN!
Im Rahmen meiner Tätigkeit als Personal Trainer verwende ich bei den meisten Kundinnen nach einer individuellen Anpassungsphase schwere Gewichte. Die Damen, die zum ersten Mal damit trainieren, berichten mir mit zitternder Stimme, Angst zu haben, bald wie Arnold Schwarznegger auszusehen. Ich kann hiermit alle Frauen beruhigen. Vom moderaten Training mit schweren Gewichten bekommen Frauen nicht von einem Tag auf den anderen Muskeln wie ein Bodybuilder. Ihr verbrennt eher überschüssiges Fettgewebe, straft eure Haut und verbessert eure Haltung. Um viele Muskeln aufzubauen, müssen Frauen noch intensiver als Männer trainieren. Denn Frauen haben im Durchschnitt einen ca. 15-25% niedrigeren Testosteronspiegel als Männer. Allerdings werden Frauen im Vergleich zu Männern nie so große Muskelberge aufbauen können - das ist eine Tatsache.

BEI RÜCKENSCHMERZEN SOLLTET IHR SCHWIMMEN!
Oft empfehlen Ätze, Trainer, Bekannte und Freunde bei Rückenschmerzen dem Schwimmen nachzukommen. Ihr sollt wie Flipper im Wasser eure Runden drehen. Allerdings ist Schwimmen nur gut für eure Wirbelsäule, wenn ihr in der Rückenlage schwimmt oder durchs Kraulen alle in der näheren Umgebung nass spritzt - sprich ihr befindet euch in der Waagerechten. In der Brustlage ist das Schwimmen nur für geübte und technisch einwandfreie Wasserliebhaber zu empfehlen. Denn der Rentner-Schwimmer-Stil ist ein enormes Überstrapazieren der Halswirbelsäule. Dadurch werden meistens bereits bestehende Verspannungen und Leiden verstärkt.